Neues vom Markt


Chic Ethic

Wer hat mein Shirt genäht

Wissen Sie’s? Woher Ihre Jeans kommen? Wer Ihre T-Shirts genäht hat? Unter welchen Bedingungen? Fragen zu stellen, ist der erste Schritt. Sich auch in der Mode bewusst für bio-faire Produkte zu entscheiden, der logische zweite Schritt. Unternehmen wie Chic Ethic machen es möglich, gleich damit anzufangen. Es ist ein Glücksfall, dass sich der größte Fair Trade Shop im deutschsprachigen Raum am Grazer Tummelplatz befindet. Chic Ethic, der Name ist Programm: hochwertige Textilien, Schmuck und andere Produkte aus fairem Handel, bio-fairem Anbau und ausgewähltem europäischen Handwerk. Qualität mit dem gewissen Etwas. Das bedeutet auch Transparenz – vom Material, über die Arbeitsbedingungen bis zum Weg ins Geschäft. Und sie soll außergewöhnlich sein: reduziertes Design aus Asien, farbenfrohe Stoffe aus Afrika, witzige Sportwäsche, Luftiges für den Sommer und Accessoires mit Unikatcharakter. Hélène Reiter-Viollet, Gründerin und Inhaberin des Stores, ist überzeugt, dass Ethik und Ästhetik gut zueinander passen: „Ein wirklich schönes Produkt ist nur schön anzusehen, wenn es auch mit Würde gemacht ist.“

Schön fair

Die Zusammenstellung der Produktpalette ist eine Herausforderung, gibt sie zu. „Es soll immer ein attraktiver Mix für möglichst viele sein.“ So finden sich neben Kleidern und Blusen aus Manufakturen, die ihren Preis haben, auch günstigere Basics wie T-Shirts. Die Qualität der Textilien garantiere in jedem Fall die Langlebigkeit der Produkte und so gesehen sei der Preis angemessen, meint Reiter-Viollet. Immer mehr Kundinnen und Kunden sehen es offensichtlich ebenso, wie die Erfolgsgeschichte von Chic Ethic zeigt. Wie viel Aufwand die Umsetzung von Fair Trade im Hintergrund benötigt, wird für die Konsumentinnen und Konsument dennoch kaum sichtbar, meint die Unternehmerin und weist auf die strengen Qualitätskontrollen in puncto Material, Produktion und Arbeitsbedingungen sowie die Konkurrenzsituation gerade im Textilbereich hin. Jeder einzelne Partnerbetrieb wird sorgfältig ausgewählt. Regelmäßig fährt Reiter-Viollet zu den Produktionsstätten, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Nächstes Ziel ist Ghana, wo Chic Ethic fünf Partnerbetriebe hat.

Wunderbare Menschen

Den Schritt von der Architektur – die gebürtige Französin war jahrelang gemeinsam mit ihrem Ehemann für das Shop-Design von vielen österreichischen Weltläden verantwortlich – zur Gründung des Fair Trade Stores am Tummelplatz bedauert sie keinen Moment: „Wir glauben, dass fairer Handel keine Randerscheinung sein sollte, sondern Standard.“ Um diesen Gedanken weiterzugeben, hat sich der Aktionsradius von Chic Ethic längst über das Geschäft in der Grazer Innenstadt und den Online-Shop ausgeweitet. Mit Texten auf Produktinfos, mit Diskussionen, Filmabenden, Schulprojekten und Veranstaltungen mit Partnerunternehmen aus aller Welt versucht Chic Ethic nun auch als Verein sichtbar zu machen, dass „hinter jedem einzelnen Produkt eine Geschichte und Menschen stehen“. „Im Grunde ist das, was wir machen, hoch politisch. Und das ist sehr wichtig.“


Was Chic Ethic mit green market verbindet?

„Als Fair Trade Shop bieten wir hochwertige Produkte aus Fairem Handel und Produkte aus Europa mit einem besonderen sozialen bzw. ökologischen Hintergrund an. Wir finden es wichtig, dass solche Produkte und die Geschäfte, die sie vertreiben, kein "Nischendasein" führen. Wir treten dafür ein, dass es echte Alternativen am Markt gibt, und schließen uns gerne Initiativen an, die das promoten. Ein Satz, den wir auf der green-market-Website gelesen haben, bringt es sehr gut auf den Punkt: "Handel mit gutem Gewissen funktioniert, wenn möglichst viele mitmachen."

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